Was tun wir im Beatus-Heim?
In der ländlichen Landschaft des Zürcher Weinlandes, am Rande von Seuzach, liegt das Haupthaus vom Beatus-Heim. Hier wohnen 20 Menschen in drei Wohngruppen.

Unmittelbar nebenan wohnen drei weitere Menschen mit einem bescheideneren Betreuungsbedarf. Auf dem gleichen Gelände befindet sich das Werkstattgebäude, dahinter unser Garten, der zur Erholung und zum Gemüseanbau dient.
20 weitere Menschen kommen täglich hier zur Arbeit.

Mitarbeitende im Wohnbereich gestalten mit den betreuten Menschen die Wohn- und Freizeitkultur. In den Werkstätten werden verschiedene Produkte entwickelt und produziert.
Im Weiler Hagenstal bei Elgg/ZH steht ein weiteres Haus mit grossem Garten, in dem sieben Menschen ihr Leben mit den mitarbeitenden Kolleginnen und Kollegen weitgehend selbstständig gestalten.
Wir bemühen uns um einen ausgewogenen Tagesrhythmus und legen Wert darauf, dass Kultur auf allen Lebensgebieten gepflegt wird.
Insgesamt bieten wir 31 interne, 19 externe Plätze an.

Was meinen wir mit „Seelenpflege“?
Jegliche Kommunikation setzt eine Annäherung und ein gegenseitiges Interesse voraus. Dieses Interesse füreinander ist Gegenstand der seelischen Aktivität, und diese versuchen wir zu kultivieren. Unser Werkstoff, mit dem wir täglich arbeiten, ist die zwischenmenschliche Beziehung. Das gegenseitige Pflegen des Beziehungsgeflechtes ist der Ausgangspunkt der Entwicklungsförderung.

Was verstehen wir unter „anthroposophisches Menschenbild“?
Der Mensch, als einzelner - und die Menschheit als Kollektiv - befinden sich in einer Dauerentwicklung. Der Mensch entwickelt sich, sichtbar, von Geburt bis zum Tod. Er entwickelt sich auch unsichtbar, im mentalen und psychischen Bereich.
Das anthroposophische Menschenbild bietet reichhaltige Gesichtspunkte, die das Verständnis für den Zusammenhang zwischen den sichtbaren und den unsichtbaren Erscheinungsformen des Menschen fördern.

Wir stellen uns der Aufgabe, Menschen mit Entwicklungshemmungen (die wir eigentlich alle sind) eine Lebensgrundlage zu bieten, welche deren Entwicklungspotential zur Entfaltung führt.
Oft wird der Mensch als «bio-psycho-soziales Wesen» beschrieben. Die Funktion dieser drei Systeme – der Lebensbereich, der seelische und der gesellschaftliche Bereich - ist nicht immer ausgewogen. Wir bemühen uns um verstehbare, handhabbare und sinnvolle Verhältnisse, welche die biographische Entfaltung optimal ermöglichen und die Ausgewogenheit unterstützen.
Das anthroposophische Menschenbild geht davon aus, dass der seelisch-psychische Bereich kein Zufallsprodukt der Zellteilung ist. Vielmehr ist es ein Bestandteil des Menschen, der die Grenzen von Geburt und Tod überdauert.
Ohne die sozial- und Lebenspflege zu vernachlässigen, setzt unsere zwischenmenschliche Kommunikation am seelischen Bereich an und versucht dann in den übrigen Bereichen wirksam zu werden.
Entwicklung Anderer zu fördern, ist ein Vorsatz der voraussetzt, dass man die eigene Entwicklung bewusst in Angriff nimmt; auch hier – bio-psycho-sozial. Die ständige individuelle und gemeinsame Auseinandersetzung der Mitarbeitenden mit dem anthroposophischen Menschenbild, soll auch diese Entwicklung unterstützen.
Wir glauben, dass der Mensch sein Schicksal (wie immer man diesen Begriff auch versteht) am besten meistert, wenn er unter Menschen lebt, die sich füreinander interessieren. Deshalb steht für uns das Thema »Gemeinschaftsbildung« im Vordergrund.

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