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1.      Das Beatus-Heim Seuzach (Träger: Verein Beatus-Heim Seuzach) bietet auf der Grund­lage der anthroposophischen Menschenkunde Erwachsenen mit kör­per­li­chen, emotio­nellen und intellektuellen Entwicklungshemmungen einen fördern­den Lebensraum an.
Die anthroposophische Erkenntnisgrundlage ist für uns der Boden, auf dem wir uns allgemein und fachlich orientieren und weiterbilden. Wir sind gegenüber anderen Er­kenntnissen und fachlichen Erfahrungen offen eingestellt. Unsere primäre Aufgabe sehen wir in der Pflege eines sozialen Organismus als therapeu­tischen Ausgangspunkt.

2.      Im Beatus-Heim stehen die zu betreuenden Menschen im Zentrum des Tuns und des Interesses. Sie sol­len hier ein Zuhause haben und eine verstehbare, handhabbare und sinnvolle Lebens-, Arbeits- und Kulturumgebung mit der nötigen therapeutischen Unter­stüt­zung vorfinden.
Die Aufnahmekriterien ergeben sich aus den Ressourcen der Mitarbeitenden und berücksichtigen die Bedürfnisse aller zu Betreuenden. Es wer­den Internats- und Externatsplätze ange­bo­ten. Befristete Aufenthalte sind unter Umständen möglich.

3.      Sozialtherapie ist Grundlage des fachlichen und sozialen Wirkens im Heim Als sozialtherapeutische Gemeinschaft bemühen wir uns um die Pflege eines sozialen Organismus, der durch seine Qualität eine therapeutische Wirkung ermöglicht. Damit diese entstehen kann, sollten sowohl die zu Be­treuenden als auch die Mitarbeitenden einen Raum zur eigenen Entfaltung und zum offenen Dialog erfahren und gestalten können. Das Feld zwischen Eigenverantwortung und dem Bewusstsein von den gemein­samen Aufgaben wollen wir gemeinsam fruchtbar machen. Wir gehen davon aus, dass der Persönlichkeitskern eines jeden Menschen gesund ist und sich im Ver­lauf seiner Biographie entfalten will. Uns obliegt es, die nötigen Bedin­gungen zur Überwindung der Ent­wicklungshemmungen zu schaffen. Gleich wie der phy­sische Organismus bedarf der seelische Bereich ei­ner ihm entsprechenden Nahrung. Lebensrhythmus, produktive Arbeit, Kunst und Kultur sind Bestandteile der Förderung des Entwicklungs-Potentials des Einzelnen und der Gemeinschaft. Das zwischen­menschliche Beziehungsfeld ist Träger und Vermittler unserer Förderungsabsichten.
Das religiöse Element im überkonfessionellen Sinne ist uns ein Anliegen. Wir pflegen dieses im Tages- und Jahreslauf.

4.      Die Arbeit im Beatus-Heim wird durch eine integrierte Qualitätsent­wicklungs­me­thode un­terstützt.
Die Qualität kann grundsätzlich nur an ihrer Fort­entwicklung gemessen werden. Die im Alltag integrierte Beschäftigung mit der QM-Methode »Wege zur Qualität« ist organi­scher Bestandteil unserer Arbeit. Dazu gehört auch die Pflege der Öffentlichkeitsarbeit.

5.      Das Beatus-Heim bietet eine medizinische Betreuung an, die durch anthropo­so­phi­sche Heilkunde erweitert wird.  Die Zusammenarbeit von Sozialtherapeuten und Arzt ist ein wichtiger Bestandteil der Gesund­heitspflege, der Förderungs­planung und der fachlichen Weiterbildung. Der Arzt nimmt nach Bedarf an Betreuungsgesprächen teil.
Medizinisch-menschenkundliche Gesichtspunkte sind Bestandteil des Betreuungskon­zeptes. Nach Bedarf und Möglichkeit werden verschiedene paramedi­zinische Therapien durch Fachleute angeboten.

6.      Im Beatus-Heim legen wir grossen Wert auf Vernetzung mit Eltern und gesetz-lichen Vertretern.Wir sind daran interessiert, mit Eltern und gesetzlichen Vertretern einen engen Kontakt zu pflegen. Des­halb berücksichtigen wir Personen aus der Region; Aufnahmen aus der übrigen Schweiz sind jedoch nicht ausgeschlossen.
Die anthroposophische Ausrichtung ist keine konfessionelle. Wir stehen Menschen jegli­cher kultureller und religiöser Herkunft zur Verfügung.

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7.
     
Im Beatus-Heim werden die Leis­tun­gen kostenbewusst erbracht.

Eltern, gesetzliche Vertreter, Spender sowie staatliche Einrichtungen stellen dem Verein Beatus-Heim die Mittel für den Betriebsaufwand zur Verfügung. Es ist die Aufgabe aller Mitarbeitenden diese Mittel fachge­recht und verantwortlich ein­zusetzen.


8.
     
Das Beatus-Heim bietet Aus- und Weiterbildungsangebote auf dem Gebiet der Sozialtherapie an.
Die Bereitschaft zur Auseinan­dersetzung mit den praktischen und theo­retischen Aspek­ten der Arbeit und dem ihnen zugrunde liegenden anthroposophischen Men­schenbild setzen wir bei allen Mit­arbeitenden voraus. Die Teilnahme an internen und externen Wie­ter­bildungen wird erwartet und unterstützt.Sozialpädagogen in Ausbildung an anthroposophisch ausgerichteten Ausbildungsstätten können im Beatus-Heim den prakti­schen Teil ihrer Ausbildung absolvieren.

9.      Die Mitarbeitenden im Beatus-Heim sind qualifiziert und initia­tiv. Das Beatus-Heim stellt an die Mitarbeitenden hohe Anforderungen und erwartet in allen Be­lan­gen der täglichen Arbeit, dass sie mitdenken und im eigenen Bereich Ver­antwortung übernehmen. Dies setzt die Bereitschaft voraus, sich mit den An­liegen des Beatus-Heimes kritisch aus­einander zu setzen und stets den Konsens anzustre­ben.
Mitarbeitende der Werkstätten und des Wohnbereichs arbeiten eng zusammen.

10.   Im Beatus-Heim wird ein kooperativer Führungsstil gepflegt.Bei Entscheidungen wird – wo immer möglich – ein Konsens angestrebt. Das Mitspra­cherecht ist stets gewährleistet. Dies setzt ein gutes Verhältnis unter den Mitar­bei­ten­den vor­aus wie auch klare Rege­lungen in Bezug auf Verantwor­tung, Kompetenzen und die zur Ver­fügung stehenden Ressourcen.


Aktualisiert im September 2009