Unterstützte Kommunikation im Beatus-Heim

Im folgenden Blog Beitrag möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick darüber geben warum und wie wir den Menschen mit einer Beeinträchtigung im Beatus-Heim mit der „Unterstützten Kommunikation“ ein Hilfsmittel zur Teilhabe am Sozialen Leben und zur Mitgestaltung ihres Lebens geben.

„Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis und subjektiv für die Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Sie ist eine wesentliche Bedingung für soziale Partizipation und Selbstbestimmung und zudem eine wichtige Grundlage für jede Entwicklung.“ (Wilken, 2006)

„Jedes Zeichen scheint allein tot. Was gibt ihm Leben? Im Gebrauch lebt es. Hat es da den lebenden Atem in sich? Oder ist der Gebrauch sein Atem?“ (Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen § 432)

Es geht also um den Gebrauch der vereinbarten Zeichen als aktives Handeln und damit Einwirken auf die Umwelt, auf den Teil Welt, der jeden einzelnen umgibt. Sprache verwenden heißt demnach: handlungsfähig sein und sich selbstwirksam in unserer Welt bewegen können. Dabei spielen zwischenmenschliche Begegnungen die zentrale Rolle. Verständigung und soziale Verankerung bilden die Basis für die Gestaltung von Beziehungen und die persönliche Entfaltung in allen Lebensbereichen.

Eine Grundvoraussetzung für gelingende Kommunikation ist als erstes ein Gegenüber, das sich für die Mitteilung interessiert. Und dann braucht es als zweites auch ein Zeichensystem, das von allen Beteiligten verstanden wird.

Jegliche Mittel, Methoden und Materialien, die diese Verständigung mit anderen verbessern helfen, lassen sich unter dem Begriff „Unterstützte Kommunikation“ zusammenfassen. Es geht um die Sicherstellung von Teilhabe und Selbstbestimmung durch die Möglichkeit, sich verständlich zu äußern und sich ausdrücken zu können.

Die Vielfalt möglicher Beeinträchtigungen erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Herangehensweisen und Hilfsmittel. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die individualisierte Suche nach der optimalen Kommunikationsunterstützung für jeden einzelnen, damit sich die alltägliche Verständigung in der Wohngruppe, der Tagesstruktur und Freizeit so weit wie möglich verbessern kann.

Wir sind damit auf einem spannenden Weg und freuen uns über jeden noch so kleinen Erfolg.

Vertiefte Informationen finden Sie in unserem Konzept Unterstützte Kommunikation.

 

Im folgenden finden Sie als Beispiele einige Anwendungen in unserem Alltag.

Was findet diese Woche im Beatus-Heim statt?

Ein Wochenplan in der Eingangshalle des Hauses ermöglicht jederzeit einen Blick auf das aktuelle Programm. Ein Pfeil zeigt an, welcher Tag aktuell ist. Auch in den Werkstätten hilft ein Tagesplaner einem klaren Ablauf zu folgen. Die daraus vermittelte Struktur ermöglicht vielen begleiteten Mitarbeitenden einen ruhigen, sicheren Tagesverlauf.

Was ist wo?

Raumbezeichnungenn in Form von Piktogrammen, helfen als visualisierte Beschriftung, sich in der Umgebung zu orientieren.

Was meinst du dazu?

Die eigenen Gefühle und Wünsche zu äussern hilft, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und zu verstehen. Dadurch können wir besser aufeinander eingehen. Jeder kann seine Meinung und Befindlichkeit äussern und dadurch Einfluss auf die Gestaltung seines Lebens nehmen.

Was möchtest du Essen und Trinken?

Eine Vielzahl an dargestellten Lebensmitteln ermöglicht zum Beispiel eine gezielte Auswahl. Jeder kann seine Vorlieben äussern und muss nicht einfach Essen was auf den Teller kommt.

Ordnung im Kleiderschrank

Auch im Kleiderschrank können angebrachte Piktogramme helfen.
Ein visualisiertes Ordnungssystem kann mehr Selbständigkeit ermöglichen und stärkt dadurch das Selbstwertgefühl.

Regeln und Abmachungen

Im Zusammenleben gibt es Abmachungen, an die sich alle halten sollten. Da kann ein spezifisches Piktogramm als Erinnerungshilfe dienen.

Abläufe

Im Alltagsleben auf den Wohngruppen wie auch in den Werkstätten gibt es eine Vielzahl an Abläufen. Durch eine Visualisierung wird eine Reihenfolge sichtbar und überschaubar. Es gibt einen Anfang und ein Ende. Die einzelnen Schritte können der Reihe nach abgearbeitet werden und es zeigt sich am Ende, dass etwas erledigt werden konnte.